Mittwoch, 18. Juli 2012

[Rezi] Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Autor: Jonas Jonasson
Titel: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Originaltitel: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann
Genre: Roman
Verlag: carl's books (München)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 416 S.
ISBN: 978-3570585016

"Man möchte meinen, er hätte seine Entscheidung etwas früher treffen und seine Umgebung netterweise auch davon in Kenntnis setzen können."
(1. Satz)


Rezension:
100 Jahre alt zu werden, ist schon eine Leistung und sollte groß gefeiert werden. So denkt sich das auch das Altenheim in dem Allan Karlsson seine Tage verbringt, als der Tag seines Geburtstags kommt. Doch Allan hat anderes vor: Bevor ihn die Betreuerin abholen kann, steigt er aus seinem Fenster und macht sich auf zur nächsten Bushaltestelle um dort mit seinem letzten Geld weg zu fahren.
Auf dem Weg ins Unbekannte gerät er immer wieder in dubiose Situationen und besitzt auf einmal einen Koffer voller Geld. Zudem begegnet er neuen Leuten, die sich im nach anfänglicher Abneigung anschließen und gemeinsam durchs Land flüchten.
Die Polizei ist ihnen auf den Fersen und Allan erlebt in diesen Tagen noch einmal die Höhen und Tiefen des Lebens und seiner Vergangenheit.

Gleich zu Beginn des Buches geschieht die Schlüsselszene diesen Buches, die auch den Titel gestellt hat: Allan steigt mit seinen gerade gewordenen 100 Jahren umständlich aus dem Fenster seines Zimmers, ohne richtige Schuhe, aber mit einer Flasche Alkohol dabei.
Charmant erzählt der Autor die Geschichte des Mannes, der seinem Leben noch mal eine Wendung geben will. Denn obwohl er in diesem hohen Alter ist, fühlt er sich noch fit genug um ein kleines Abenteuer zu erleben.
Neben der Hauptgeschichte um de aktuellen Geschehnisse Allans, bei denen man fast das Gefühl hat, dass er gerne ins Fettnäpfchen tritt, spielt auch die Vergangenheit eine große Rolle.
Nach und nach werden Kapitel eingefügt, die von seinem Leben und seinem Weg zu sich selbst erzählen. Als Leser erfährt man, wie er zu dem Menschen wurde, der er ist; wie er den Krieg überstanden hat und wie er der Liebe seines Lebens begegnete.
Anfangs war ich dem Buch gegenüber etwas skeptisch, da der Titel zwar sehr interessant klang, aber ich mir den Verlauf nicht gut vorstellen konnte. Doch sobald man die Sympathie für diesen Greis spürt, kann man das Buch nicht mehr weglegen.
Dieser Roman beinhaltet so viele Genres in einem, das fast jeder auf seinen Geschmack kommen wird. Denn neben einem Abenteuerroman, Lebensgeschichte, Zeitgeschichte und einem Hauch Krimi, spielt auch die Freundschaft eine große Rolle. Allan schafft es immer aus unmöglichen Situationen zu kommen und trotz seiner teilweise negativen Taten, kann man diesem Mann einfach nicht böse sein.
Eine schöne Geschichte über das Leben – nur zu empfehlen.


Neugierig geworden? Hier geht's zur Leseprobe.

Der Autor:
Jonas Jonasson, geb. 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen „Smålandsposten“ und „Expressen“. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er alles und zog in den Schweizer Kanton Tessin. Sein Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ trat in Schweden eine regelrechte Allan-Karlsson-Manie los. Inzwischen erscheint der Titel in ganz Europa und entwickelt sich zu einem internationalen Bestseller. Zurzeit schreibt Jonasson an einem zweiten Roman.

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