Mittwoch, 9. Mai 2012

[Rezi] Todesblüten

Autor: Ulrike Rylance
Titel: Todesblüten
Genre:
Roman, Jugendkrimi
Verlag: dtv (München)
Erscheinungsjahr: 2011
Seiten: 223 S.
ISBN:
978-3423782586

"Sie konnte nicht schreien"
(1.Satz)
Rezension:
Clara und Melanie sind beste Freundinnen und freuen sich endlich einmal Urlaub ohne ihre nervigen Eltern machen zu können. 
Gemeinsam mit einem Freund von Melanie wollen sie einige Tage auf einem abgelegenen Hausboot verbringen. Doch am Berliner Bahnhof gibt es für Clara eine Überraschung: Nicht nur, dass der vermeintliche Freund von Melanie Clara gleich unsympathisch ist, dann hat er auch noch einen Freund mitgebracht ohne zu fragen. Die Stimmung fällt merklich in den Keller – wovon sich aber niemand außer Clara stören lässt. 
Gerade als sich Clara mit der Situation abfinden will, wird eine Leiche entdeckt. Nach dem grausigen Fund herrscht Unruhe, denn Clara weiß: ihr ungebetener Gast kannte das tote Mädchen...

"Er öffnete den Mun, abr es kam kein Ton heraus. Nur wieder dieses schreckliche Stöhnen. Er war gar nicht richtig bei Bewusstsein. Ich rutschte auf den Knien herum und versuchte, ihn umzudrehen. Dann sah ich es. An seiner Schläfe, schon fast oben am Haaransatz, war eine große blaurote Beule."
(S. 158, Zeile 1 - 5)

Die Botschaft dieser Geschichte ist klar, denn sie springt einem wie eine Warnung ins Auge: Sei niemals zu unbedarft, denn nicht jeder scheint der zu sein, für den er sich ausgibt und gib immer Acht, insbesondere, wenn du den Menschen nicht kennst. Denn auch Clara und Melanie scheinen ohne große Probleme Fremde auf das Hausboot zu lassen. Auch wenn Clara zu Anfang Bedenken hat, wischt Melanie diese schnell weg. Manch Jugendlicher hat den Blick nicht für die gefährliche Wahrheit und kann so schon oft in unliebsame Situationen geraten. 
„Todesblüten“ ist locker und in jugendlicher, leicht verständlicher Sprache geschrieben. Die Spannung kam bei mir nicht immer ganz an – erst zum Ende hin, auch wenn die Ansätze mir gut gefallen haben. Es ist ein Buch voller Lügen, Verwirrspielen und Wahrheiten, die den Leser erzittern lassen. Doch ist es auch recht schnell gelesen. 
Nach der Lektüre gab es für mich nur eine Frage: War ich selbst einmal so? So gutgläubig? Jeder Leser wird sich in eine Situation versetzen können, in der er heute im höheren Alter anders gehandelt hätte. Dies hat mir das Buch vor Augen geführt, denn auch wenn es nicht so etwas erschreckendes war, was passiert ist, wie in diesem Buch beschrieben, rüttelt es doch auf. Sorgen, Ängste und Verbote von Eltern erhalten nach diesem Buch einen anderen Stellenwert und mehr Verständnis. 
Den Schauplatz fand ich sehr gut gewählt, da er sehr zu dieser Geschichte passt. Die Beschreibung über diesen abgelegenen Ort mitten in Deutschland, wird gut in das Buch und Geschehen eingeflochten.
Wer zwischendurch ein Buch zur Hand nehmen mag, dass eine lockere und doch aufklärende, sowie spannende Geschichte enthält, ist hiermit gut bedient.


 Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an dtv.

Die Autorin:
Ulrike Rylance, geboren 1968, studierte Anglistik und Germanistik in Leipzig und London. 
Nach dem Studium lebte sie in London und arbeitete als Deutschlehrerin.
 2001 zog sie mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern nach Seattle, USA.
Als Ulrike Rylance schreibt sie Kinder-und Jugendbücher, als Ulrike Herwig Unterhaltungsromane für Erwachsene.

Weitere Bücher:
  • Villa des Schweigens
  • Ein Date für vier

 

1 Kommentar:

  1. Das Cover finde ich superhübsch, werde es mir aber trotzdem nicht kaufen ;) Momentan habe ich allerdings vor etwas Abstand zwischen Krimis/Thriller und mir zu bringen :)Das hat aber nichts mit deiner Rezi zu tun.

    LG Anni

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