Sonntag, 8. April 2012

[Rezi] Schwesterherz

Autor: Anna Licht
Titel: Schwesterherz
Genre:
Roman
Verlag: Rütten & Loening (Berlin)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 256 S.
ISBN:
978-3352008290

Rezension:
Vorwürfe, Neid und Unwillen - so sind die e-Mails gefüllt, die sich die Zwillingsschwestern Charlotte und Luise zuschicken, nachdem ihre kleine, geliebte Schwester sie zu ihren Hochzeitsvorbereiterinnen ernannt hat. Denn sicherlich ist es etwas schönes, so etwas vorzubereiten, aber die beiden Zwillinge haben sich vor einer Weile so zerstritten, dass ihr Verhältnis sehr abgekühlt ist. 

Auf der einen Seite steht die ehrgeizige Charlotte, mit einem tollen Beruf, einem gutaussehenden Mann und einer süßen Tochter. Ihr gegenüber steht die chaotische Lusie, die weder zufrieden mit ihrer Arbeit ist, noch mit ihrem Freund, der sie scheinbar schon von Anfang an belogen hat.
Durch die Hochzeitsvorbereitungen kommen sie sich aber wieder näher und schnell wird klar, dass es bei der einen doch nicht so rosig und bei der anderen nicht nur schwarz-weiß aussieht.
Dank Lusie steht plötzlich Charlottes Ehe auf dem Spiel und alles läuft drunter und drüber - hätte sie sich nur nicht auf ein kleines Abenteuer eingelassen. Doch anstatt - wie angeboten - Charlotte aus all dem Schlamassel zu helfen, macht es Luise nur noch schlimmer und die Geschwisterliebe steht auf der Kippe...

Nur dank der kleinen Schwester Lilly kommt es dazu, dass Charlotte und Luise wieder in Kontakt treten. Beide haben sie in der Vergangenheit ihre Fehler gemacht und versuchen diese nun wieder zu kitten. Schwerlich geschieht dies, aber Blut ist ja bekannterweise dicker als Wasser.
In "Schwesterherz" geschehen so einige Dinge, die einen zum schmuzeln, aber auch nachdenken bringen.
Das Buch ist in e-Mail Form gehalten und meißt sind es die beiden Zwillingsschwestern, die sich schreiben. Zwischendurch aber geraten auch immer wieder Mails von anderen Leute dazwischen, die die Themen wie Eifersucht, Affären, Liebe und Leben tragen und noch mehr vertiefen. Schnell wird dem Leser die Bedeutung dieser Familienzugehörigkeit klar, auch wenn man nicht unbedingt sagen kann, dass man eine besondere Verbindung zwischen den Zwillingen entdecken kann, als zu deren anderer Schwester. Schon in den ersten Mails erfährt der Leser wie es zu der Auseinanderlebung der beiden großen Schwestern gekommen ist, dies vertieft sich aber immer mehr je weiter sich das Buch dem Ende nähert - denn was zu Anfang noch recht willkürlich wirkt, wird zum Ende hin immer verständlicher. 
Was mir ganz gut gefallen hat, war das Verwirrspiel der beiden, die sich als eineiige Zwillinge sehr ähnlich sehen, was aber nicht nur positiv zu bewerten ist, da gerade dadurch ein großes Problem entsteht. Das Chaos beginnt, als sich Luise für Charlotte von Alex, mit dem sie ein kleines Intermezzo hatte, trennen soll und plötzlich selbst ihren Gefühlen nicht mehr trauen kann. Als für die eine Schwester plötzlich alles ins Negative kippt, steigt die andere endlich auf und es scheint fast als würden sie sich versuchen gegenseitig auszugleichen.
An ein paar Stellen fand ich aber für mich ein paar Ähnlichkeiten mit "Gut gegen Nordwind", denn als sich Charlottes Mann plötzlich einmischt kam dieses Gefühl schnell hoch, was wohl auch daran liegt, das dort auch nur über Mails kommuniziert wird.
Eine flüssige und interessante Geschichte über das Leben, Familie und Liebe. Auch ist es ein kleiner Ratgeber bei eingefahrenen Ehen und zerbrochenen Familienbanden. Eine schöne Familiengeschichte, die trotz all der Höhen und Tiefen immer wieder auf die richtigen Wege führt und am Ende glücklich macht.
Für jeden der selbst in einer chaotische und dennoch herzlichen Familie lebt ein perfekter Roman. Aber auch für Leser, die vielleicht wie Charlotte und Luise in einer Krise stecken und die in diesem Buch erkennen können, dass zwar schmerzliche Unstimmigkeiten nicht glücklich machen - aber das Versöhnen und das Zusammenhalten einer Familie das Größte sind und eines der Wichtigen Dinge des Lebens.

Für dieses Rezensionsexeplar bedanke ich mich herzlich beim Aufbau-Verlag und BdB.
Zu kaufen gibt es das Buch hier.

Die Autorin:
Anna Licht, geb. 1974, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie. Sie arbeitete im Veranstaltungsmanagement, bevor es sie zurück an die Universität zog. Nach ihrer Promotion lehrte und forschte sie in Kanada. Seit 2007 ist sie an einer Graduiertenschule der Berliner Humboldt-Universität tätig. Anna Licht lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Berlin.



Weitere Bücher:
  • Blau ist grüner als Gelb (2010)
  • Jan ist weg (2009)

1 Kommentar:

  1. Sehr schöne Rezension :-) Danke und Liebe Grüße Annette

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