Dienstag, 3. April 2012

[Rezi] Noah's Child

Autor: Eric-Emmanuel Schmitt
Titel: Noah's Child
Originaltitel: L'Enfant de Noé
Genre: Erzählung, Zeitgeschichte
Verlag: Atlantic Books (London)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 137 S.
ISBN:
978-1848874183

Rezension:
Es ist Krieg und auch die Juden in Belgien werden gejagt und deportiert. Hitlers Machtbestreben macht es unmöglich weiterhin als Jude am Leben zu bleiben. So kommt es, dass auch Noah's Eltern anfangen ein Versteck zu suchen. Bei einem reichen Mann finden sie eine Zuflucht, aber nur für Noah. Er begreift erst richtig, dass seine Eltern ihn alleine lassen, als er weiter an einen Heiligen gereicht wird, der auf einem abgelegenen Gut unter anderem jüdische Kinder mit gefälschten,
belgischen Papieren, versteckt.
Dort trifft er auf einen Gleichgesinnten und die meiste Zeit verbringen sie miteinander. 
Als Noah heimliche Machenschaften der Angestellten aufdeckt und plötzlich die Polizei auftaucht, geraten alle "Nicht-Belgier" in große Angst.
Werden sie enttarnt und ebenfalls in Konzentrationslager gebracht? Wird Noah vielleicht irgendwann seine Eltern wieder sehen, oder sind sie auch wie viele in den Lagern gestorben?

Die Geschichte um den kleinen Noah erzählt er selbst. Er beschreibt in seiner kindlichen Art (im Alter von 7 -10), die Ereignisse des Krieges aus seiner Sicht. Wie ihn seine Eltern alleine lassen und ihm das große Angst macht, weil er nicht versteht, dass sie ihm damit das Leben retten; sein Heiliger, der mit Sachen vom Schwarzmarkt handelt und eine Sammlung jüdischer Dinge startet, was Noah nicht verstehen kann... An manchen Punkten scheint der Junge recht schlau und reif, nimmt gehörtes schnell auf und bringt gute Ideen vor. An anderen Stellen aber wird schnell klar, dass Noah noch sehr jung ist. Seine Naivität strahlt nach außen und immer wieder stellt er Fragen, die sich fast von alleine antworten lassen. 
Mir hat die Geschichte sehr gefallen, denn es ist mal etwas anderes eine Geschichte der Judenvernichtung aus der Sicht des kleinen Jungen zu lesen, der trotz aller Angst, Trauer und Hoffnungslosigkeit immer noch das positive am Leben sieht und sich auch an den kleinen Dingen freut.
Eine Geschichte um ein trauriges Leben und um eine Vergangenheit die niemals so hätte ablaufen sollen. Und doch eine Geschichte um Hoffnung und Glück.
Auch spielt die Glaubenswahl für den Kleinen eine große Rolle in dem Buch und könnte für Interessentan an diesem Thema interessant sein.
Mich hat die Geschichte sehr verzaubert und trotz der sehr negativen Ereignisse mitgerissen. Besonders das Ende hat mir ein Lächeln ins Gescht gezaubert, da etwas aus der laufenden Geschichte wieder aufggriffen wird.
Gerne würde ich noch mehr über das Buch schreiben, doch da es nur recht wenig Seiten hat, ist dies nicht möglich, ohne alles zu verraten. Ich habe die englische  Ausgabe gelesen, was nicht weiter schwer und leicht verständlich war. Daher empfehle ich es auch an Leser, die nur selten englisch lesen. 


Der Autor:
Schmitt ist elsässischer Abstammung. Seine Eltern waren beide Sportlehrer. Aufgewachsen mit der atheistischen Grundeinstellung seiner Eltern, bekannte sich Schmitt nach Jahren als Agnostiker später zum Christentum. Er studierte an der École normale supérieure in Paris (1980–1985) und promovierte in Philosophie. Sein Dissertationsthema war Diderot und die Metaphysik. Er unterrichtete drei Jahre lang in Cherbourg und an der Universität in Chambéry. Zunächst wurde er als Theaterautor bekannt. Sein Debüt, La nuit de Valognes, wurde 1991/1992 auf Bühnen in Frankreich wie auch im Ausland gespielt. Erfolgreich wurde er mit seinem zweiten Stück, Le Visiteur, für das er 1993 mit dem Theaterpreis Molière für den besten Autor sowie 1994 mit demselben Preis für das beste Schauspiel ausgezeichnet wurde. 2009 führte Schmitt bei der Verfilmung seines Romans Oscar und die Dame in Rosa Regie. Éric-Emmanuel Schmitt lebt in Brüssel und besitzt seit 2008 neben der französischen auch die belgische Staatsbürgerschaft.


1 Kommentar:

  1. Das Buch habe ich auch vor ca. 2 Jahren gelesen, zusammen mit den anderen Büchern von Éric-Emmanuel Schmitt. Auch wenn es ein fantastisches Buch ist, haben mir ein paar andere von ihm besser gefallen, zum Beispiel "Oscar und die Dame in Rosa", "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" und "Die Schule der Egoisten". :)
    Hach, er ist ein toller Autor. :D

    Übrigens hast du es sehr schön hier :))

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