Sonntag, 1. April 2012

[Rezi] In Liebe, Brooklyn

Autor: Lisa Schroeder
Titel: In Liebe, Brooklyn
Originaltitel: Chasing Brooklyn
Genre: Jugendroman
Verlag: Loewe (Bindlach)
Erscheinungsjahr: 2011
Seiten: 429 S.
ISBN:
978-3785570579

Rezension:
"Das Schöne daran ist: Musik ist manchmal wie eine Zeitmaschine.
Ein Song - sein Text, seine Melodie, seine Stimmung - kann dich zu einem bestimmten Moment zurücktragen wie nichts sonst. Und als der Song anfängt, der mich zurückträgt an einen Abend in einer stickigen, heißen Turnhalle, wo wir zum ersten Mal miteinander getanzt haben, schließe ich die Augen, lausche You and Me von Lifehouse und es ist, als wäre ich dort. (...) Musik ist etwas so
Persönliches."
(S. 106/107)

Nun ist es fast genau ein Jahr her, dass Lucca gestorben ist. Seine Freundin Brooklyn kommt mit dem Verlust immer noch nicht klar und kämpft sich jeden Tag aus dem Bett. Da wirft es sie zurück, als sie erfahren muss, dass Luccas bester Freund sich umgebracht hat. Dabei hatten sich die beiden doch versprochen füreinander da zu sein.
Nach der Beerdigung von Gabe, fällt es Brooklyn immer schwerer sich zu konzentrieren und auch im Schlaf findet sie keine Ruhe. Immer wieder schreckt sie auf, weil sie im Traum Gabe begegnet ist - dem toten Gabe, der sie durch die Stadt jagt.
Aus einer spontanen Laune raus, sie sich mit Luccas Bruder Nico. Schnell entwickeln beide eine innige Freundschaft, die sie gegenseitig stützt. Denn auch Nico schmerzt der Tod seines Bruders noch immer und um sich abzulenken treibt er viel Sport. Nachdem er sich ein paar mal mit Brooklyn getroffen hat, passieren um ihn herum komische Dinge und ihm wird schnell klar, dass es Zeichen seines Bruders sind, der will das Nico Brooklyn rettet. Doch wovor soll er sie retten? Wie soll er ihr helfen? Und was ist mit den Gefühlen, die er plötzlich für Brooklyn empfindet?
Auch Brooklyn kann nicht leugnen etwas für Nico zu empfinden, aber er ist doch Luccas Bruder!? Beide nehmen sie sich eine Auszeit und müssen merken, dass die Zeit nicht alle Wunden heilt...

Eine kurze aber schöne Geschichte, die sich um die Liebe, das Leben, aber auch den Tod dreht.
Vor einem Jahr ist Lucca gestorben und seine Freunde und Familie kommen noch immer nicht mit diesem Verlust klar. Jeder ist in seiner eigenen Welt und trauert um das Gechehene.
Diese Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Brooklyn, der damaligen Freundin von Lucca, und Nico, seinem Bruder, erzählt. Beide berichten sie immer wieder kurz, wie sie versuchen den Verlust zu verarbeiten und welche Schritte sie nach vorne machen. Unterbrochen werden die beiden Perspektiven durch vereinzelte Briefe von Brooklyn an Lucca. Nach seinem Tod hat sie damit angefangen ihm fast täglich Briefe zu schreiben und das hält bis heute an. Darin erzählt sie ihm von ihrer Liebe zu ihm und den aktuellen Ereignissen um sie herum. Die Texte, bis auf die Briefe, sind unterteilt und scheinen dadurch immer wieder durch Gedanken unterbrochen. Es sind kurze Abschnitte die jeder beschreibt und gleich darauf wechselt es wieder zu dem anderen.
Ich finde das sehr interessant, denn man taucht in die Welt der beiden ein und kann eine Situation aus beiden Blickwinkeln betrachten.
Schnell wird dem Leser klar, wohin das Ganze fürht und man hofft, dass es beiden helfen wird und sie glücklich machen wird. Brooklyn aber geht immer wieder einen Schritt vor und zwei zurück, dadurch wird alles noch ein bisschen komplizierter.
Doch sind die Zweifel die sie hegt berechtigt. Ist es nach einem Jahr schon richtig, wieder an die Liebe zu denken? Und dann auch noch ausgerechnet bei dem Bruder des Verstorbenen?
Eine Geschichte, die Mut zeigt und bei der man sich selbst die Frage stellt, wie man sich verhalten würde. Es zeigt auf, was für verschiedene Wege man nach einem solchen Erlebnis betreten kann und gibt Hoffnung, dass nicht alles nur noch schwarz-weiß ist.
Denn trotz aller Trauer und Angst tritt - wenn auch langsam und vorerst gedämpft - irgendwann eine Farbveränderung ein und neue Nuancen erscheinen.
Das Buch ist ziemlich schnell gelesen, hallt aber noch lange in einem nach...


Die Autorin:
Sommer voller Camping, Angeln, Lesen (natürlich!) und Spielen in der Sonne so sah Lisa Schroeders Kindheit aus. Heute joggt sie durch die Nachbarschaft (wenn es nicht regnet), backt leckere Sachen, liest oder schaut sich Filme an, wenn sie nicht gerade an einem neuen Buch schreibt. Lisa Schoeder lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen im amerikanischen Bundesstaat Oregon. 

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