Donnerstag, 12. April 2012

[Rezi] Das verborgene Haus

Autor: Maria Ernestam
Titel: Das verborgene Haus
Originaltitel: Pa andra sidan solen
Genre: Roman
Verlag: btb (München)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 377 S.
ISBN:
978-3442743988

Rezension:
Es soll ein schöner Urlaub werden für Viola, Axel und deren beiden Töchter. Doch schnell wird Viola klar, dass diese gemeinsam Zeit alles andere als perfekt werden: Anstatt nach Italien in die Sonne zu fahren, lassen sich die anderen Familienmitglieder von Axel überreden in ein kleines Dorf in Schweden zu fahren. Das Haus von Bekannten steht frei und so können sie ebenfalls Axels Mutter besuchen, die in einem Heim in der Nähe lebt.
Für Viola kommt es nicht in Frage ihrem Unmut über diese Planänderung Ausdruck zu verleihen - immerhin will sie doch mit diesen freien Tagen versuchen Axel wieder näher zu kommen.
Denn unter seiner vergangenen Krankheit hat nicht nur er gelitten. Seine Veränderungen und Heischung nach Mitleid haben die Gefühlswelten der Ehepartner auseinander getrieben. 
In dem kleinen Haus aber passieren komische Dinge und Viola fängt an, an Axels Verstand zu zweifeln. Seine Eifersucht macht nicht einmal vor dem Arzt seiner Mutter halt und Viola muss sich die Frage stellen, ob die Liebe alles aushält und ob sie ewig sein kann. Auf ihrem Weg zur Gefühlsfindung, begegnet sie einer besonderen Frau, die ihre Erlebnisse mit Viola teilt und ihr die Augen öffnet...

"Wenn ich daran denke, wie ich einmal war, wird alles, was geschehen ist, unbegreiflich."
(1. Satz)

"Kann die Liebe ewig sein?" Die erste Frage, die zum Klappentext dieses Romans gehört. Und die zentrale Frage, um die es in diesem Buch geht. Denn auch wenn man schon lange verheiratet ist und Kinder hat, kann es imer noch Liebe sein die man in sich, gegenüber seinem Partner, fühlt - nicht nur Zuneigung. Doch im Laufe einer Ehe gibt es Veränderungen, die nicht nur positiv sind.
Genauso ergeht es Viola, die ihren Axel immer innig geliebt hat. Doch mittlerweile hat er sich sehr verändert und sie fragt sich ob es noch genau das Richtige ist, mit ihm zusammen zu sein. Aus Liebe ist teilweise Abneigung geworden und die einzige Sehnsucht ist die nach Axels altem Ich. 
Wer "Das verborgene Haus" liest wird sich selbst versuchen die Fragen die Viola sich stellt zu beantworten. 
Neben der Frage um die Ehrlichkeit der Liebe und den Kampf um ein gemeinsames Leben, gibt es noch die Geschichte um Linnea. Sie ist ebenfalls Bewohnerin des Altenheims und zieht Viola und den Leser mit ihren Geschichten schnell in den Bann. Als junge Frau ist sie nach China um dort anderen Menschen zu helfen und hat selbst schlimme Dinge erlebt und in Geschichten niedergeschrieben. 
Wer sich für das Land interessiert kann ein bisschen über die Zustände während des Krieges erfahren und wird den Mut Linneas bewundern. 
Aber mit zwei Kindern kommt natürlich auch nicht das Thema Familie zu kurz.
Immer wieder muss sich Viola fragen, ob das alles wirklich das ist, was sie will. Denn obwohl sie sich doch nach der Liebe ihres Mannes sehnt mus sie feststellen, dass sie sich von Axel gleichzeitig abgewiesen und eingeengt fühlt.
Ein Buch über die Fragen des Lebens in einer Partnerschaft und in einer Familie. Eine Geschichte die aufwühlt und nachdenklich macht, die aufweckt und voller starker Entscheidungen steckt.


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an btb.

Die Autorin:
Maria Ernestam, geboren 1959, begann ihre Laufbahn als Journalistin. Sie hat lange Jahre als Auslandskorrespondentin für schwedische Zeitungen in Deutschland gelebt, daneben eine Ausbildung als Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin absolviert. Mittlerweile sind fünf hoch gelobte Romane von ihr erschienen. Für "Die Röte der Jungfrau" erhielt sie vor kurzem den Französischen Buchhändlerpreis. "Der geheime Brief" war in Skandinavien ein Bestseller und stand auch in Deutschland wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Maria Ernestam lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Stockholm.

Weitere Bücher:

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